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Jede körperliche und psychische Erkrankung verändert den Menschen körperlich bzw. organisch wie auch natürlich psychisch. Vorallem jede größere Erkrankung tut dies. Soweit werden Sie mir wahrscheinlich zustimmen, oder? Ich wünsche es auf der einen Seite niemanden, dass er diese Erfahrung am eigenen Leib gemacht hat, aber auf der anderen Seite lässt eine durchlebte gesundheitliche Krise den Menschen anders zu den Dingen im Leben stehen. Und das wiederum ist sehr gut. Es stärkt die körperlichen wie mentalen Abwehrkräfte und wir sind resistenter gegenüber Krisen allgemein.

Zu Anfang der Corona-Krise habe ich mir um den einen oder anderen Klienten von mir etwas Sorgen gemacht, weil ich wusste, dass so Mancher depressiv oder bereits stark angstbesetzt ist oder aber auch körperlich erkrankt ist und auf laufende medizinische Behandlungen angewiesen ist. Mein erster Gedanke war, dass diese Menschen nun auf sich allein gestellt sind und vielleicht mit diesem Zustand nicht zurechtkommen und noch mehr in die Verzweiflung und Ausweglosigkeit geraten.

Es war eine paradoxe und motivierende Erfahrung zugleich, dass gerade diese Menschen, die bereits über längere Zeit krank sind, nun in der Krise aufgeblüht waren. Plötzlich konnten Viele von ihnen entspannen und nach innen schauen. Vorallem gelingt es vielen dieser Menschen nun im Frieden zu sein mit ihren persönlichen Beschränkungen. Ich konnte aber auch durch persönliche Gespräche erfahren, dass sie jetzt erst ein Licht für sich am Ende des Tunnels sehen konnten und gerade in dieser Krisenzeit aktiv werden, was sie vorher nicht konnten. Ich habe allerdings auch gesehen, dass angeblich erfolgreiche, gesundheitlich stabile Menschen so zusammenbrachen, wie es niemand für möglich hielt.

Somit bestätigte sich nach Jahren in diesem Beruf, dass es stimmt, wenn ich sage: Jeder, der bereits eine grössere Krise in seinem Leben bewältigt hat, ist stabiler, wie jemand, der noch nie eine ernsthafte Krise bewältigen musste. Dies nur nebenbei auch ein Hinweis an Arbeitgeber, die Menschen mit einem Knick im Lebenslauf aufgrund von Krankheitszeiten meiden.

Also, allein für diese Erfahrungen ist das Corona-Virus gut! Es freut mich zu sehen, dass viele Menschen nun überzeugt sind, dass jetzt die Chancen dafür da sind, dass eine echte Veränderung in vielen Lebensbereichen positiv möglich ist.

Dann erreichte mich in den letzten Tagen ein Newsletter von Wolf-Dieter Storl. Wolf-Dieter Storl ist Kulturanthropologe und Ethnobotaniker und vorallem ein vielseitig interessierter Mensch, der sehr nah an der Natur ist und aus seinem engen Zusammenleben mit dieser wertvolle Schlussfolgerungen ableitet. So hat er sich in seinem neusten Newsletter unter dem Titel „Die Krone der Viren“ dem Thema ausführlich gewidmet, was Viren eigentlich sind und wozu sie dem Menschen nützen. Und tatsächlich inspiriert durch seine Ausführungen konnte ich mich wieder daran erinnern, dass die Umbrüche in Wirtschaftssystemen immer eng mit einer Pandemie in Korrelation standen.

Eine der bekanntesten war die Pest-Pandemie im Mittelalter. Auch damals kam die Pest u.a. nach Europa über die Handelswege. Es waren infizierte Ratten, die auf den Handelsschiffen nach Europa eingereist waren und den schwarzen Tod brachten. Am Ende fand eine komplette Umstrukturierung Europas statt. Das war selbstverständlich eine Krise, die mit der Corona-Krise in Bezug auf die Sterblichkeitsrate in keinem Zusammenhang zu Heute steht, aber die Folgen für die Gesellschaft und die Wirtschaft können auch jetzt sehr signifikant werden – und zwar durchaus im positiven Sinne. Zu den Chancen, die sich nun ergeben werden, werde ich in den nächsten Tagen ausführlicher berichten.

Zurück zu der Wirkung von Virus-Infizierungen für den Menschen.

Wolf-Dieter Storl führt aus, dass Viren nichts Fremdes sind, sondern im Gegenteil zu jederzeit von Meeresgrund bis zur Stratosphäre vorkommen. Des Weiteren führt er aus, dass mindestens 20% unseres menschlichen Erbgutes einen viralen Ursprung haben, was der der Mikrobiologe Patrick Forterre vom Pasteur Institut in Paris festgestellt hat. In grauer Vorzeit infizierten uns Viren, schleusten ihre Erbsubstanz in unsere Chromosomen und wurden Bestandteil unseres menschlichen Erbguts. Forscher vermuten, dass Viren in den Hirnzellen sogar unser Denken und Fühlen beeinflussen. Die Zellen aller Lebewesen mutierten unter dem Einfluss der Viren.

Wenn wir nun annehmen, dass diese Forscher alle ihren Job fundiert machen, bei welcher Veränderung in unserem Denken und Fühlen will dieser Corona-Virus uns helfen? Ich möchte Sie dazu einladen, dass Sie sich dahingehend aus Ihren persönlichen Überzeugungen und Beobachtungen Ihre Gedanken dazu machen und diese ganze Corona-Krise aus dieser nützlichen Sicht betrachten. Meiner Meinung nach lohnt es sich!

Was hatte sich damals aufgrund der Pest in Europa geändert? Vorallem gab es am Ende des Umstrukturierungsprozesses eine bessere Lebensqualität und Lebensumstände für die Menschen. Vieles davon bezog sich auch damals auf die Hygiene. Dies wiederum führte auch dazu, dass das Immunsystem der Menschen stärker wurde, weil es nicht permanent überlastet war.

Auch wir brauchen heutzutage wieder mehr Gleichgewicht in unserem Leben, um unser Immunsystem zu stärken und gesund zu erhalten. Dies wird durch Hygiene, wie sie jetzt wieder bewusster beachtet wird, sauberes Wasser, Luft, Sonnenschein, körperliche Bewegung, gute Ernährung, genügend Schlaf und eben nicht übermässige Überanstrengung bei der Arbeit durch das Prinzip «immer weiter, immer schneller, immer mehr» erreicht und des Weiteren durch seelische Faktoren, wie Liebe, Geselligkeit und allgemeine Lebensfreude am besten unterstützt.

Und nun überlegen Sie für sich: Was von dem Aufgezählten ist in Ihrem Leben im Defizit?Wie können Sie dafür Schritt für Schritt sorgen, dass Sie wieder ins Gleichgewicht kommen?

Dem Corona-Virus zum Dank!