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„Ich habe bereits viele Freunde verloren, weil ich gerade anderer Meinung bin, wie sie. Puh… das ist schwer für mich.“ Solche Aussagen auch in Bezug auf Geschäfts-Freunde höre ich in den letzten Wochen zunehmend.

Für mich als Coach ist das der sichere Hinweis darauf, dass mein Klient gerade über den Berg ist in seiner Veränderung. Aber für meine Klienten, die gerade in dieser persönlichen Krise stecken, ist es alles andere als „sicher“ vom Gefühl. Ich fühle mit ihnen, denn der Mensch braucht soziale Kontakte und das Gefühl verbunden zu sein.

Dazu kann ich nur aus der ganzheitlichen, systemischen Sicht sagen: Jede Veränderung geht und MUSS sogar mit der Veränderung des persönlichen Umfeldes einhergehen. Das ist nicht nur im Herbst 2020 so. Das Umfeld strebt stets nach Stabilität – egal, ob diese förderlich ist für die persönliche Zufriedenheit oder Gesundheit. Hauptsache alles ist wie es immer war. Ist Einer veränderungswillig wird er „ausgestossen“, weil er diese Stabilität gefährdet.

Eins kann ich Euch aber versichern: Geht den Weg konsequent weiter, gern mit Begleitung eines Coaches und es wartet eine neue Community auf Euch, wo Ihr verbunden und willkommen seid, so wie Ihr seid. Es wartet auch der wirtschaftliche Erfolg dort auf Euch.

Habt MUT!

Diesen Beitrag habe ich paar Stunden zuvor auf LinkedIN gepostet, wo ich fast täglich mit Beiträgen sichtbar bin. Es kamen unmittelbar, trotz Sonntag oder gerade deshalb?, Kommentare, die in die Richtung gingen, dass solche Freunde, keine Freunde zuvor gewesen sein können und dass somit die Ent-Täuschung gut ist und es gut wäre, wenn man nicht mehr ausgenutzt wird etc. pp.

Diese Meinungen kann ich aus einer Sicht nachvollziehen.

Meine Erkenntnis dazu ist jedoch etwas andere. Meine persönliche Haltung dazu ist, dass Menschen zu einem Zeitpunkt zueinander finden, wo es gerade von ihrer Entwicklung her passt. Da kann es sein, dass Einer gerade z.B. in seinem „Helfersyndrom“ steckt, um z.B. Anerkennung für sich zu bekommen oder noch weiter überhaupt spürt, dass er eine Daseins-Berechtigung hat, und so bietet er überall proaktiv Hilfe so gut wie jedem Menschen an, was für die andere Seite angenehm ist. Der Andere benötigt gerade Hilfe und nimmt diese an. Oder der Andere ist ein „Nehmer“, also jemand der nimmt, was er bekommen kann. Auf jeden Fall ist es zu diesem Zeitpunkt der Begegnung eine Win-win-Situation für Beide und Beide halten diese Beziehung für eine Freundschaft. Nun kann es sein, dass der „Gebende“ irgendwann aus seinem „Helfersyndrom“ rauskommt und merkt, dass er so nicht zur Anerkennung gelangen kann. Er gibt also nicht mehr und der Andere, der vielleicht nicht in seiner Entwicklung weiter ist, bricht die Freundschaft ab, weil es sich nicht mehr für ihn „lohnt“. Oder der Gebende zieht sich zurück.

Was aus meiner Sicht nun verheerend für sich selbst ist, ist, wenn der Gebende sich nun als Opfer des Nehmenden fühlt, sich ausgenutzt fühlt und den Nehmenden „verteufelt“.

Das bringt nur Unfrieden, Unruhe und Misstrauen in das Leben vielleicht von Beiden.

Nun ist meine Erkenntnis deshalb: dankbar sein für die gemeinsame Zeit, die sich gut für Beide angefühlt hat und sich das Recht raus nehmen, zu gehen und dem Anderen alles Gute zu wünschen, so wie man es sich selbst wünscht.

So können Sie wieder voller Vertrauen offen sein für neue Freundschaften. Vielleicht halten diese ein Leben lang oder vielleicht sind auch diese nur für eine Zeit lang beständig und enden ebenfalls, weil Einer sich weiterentwickelt. Who knows.

Aber alles, was Sie in Harmonie sein lässt, ist der richtige Weg – für Sie.