Seite wählen

Was haben Unternehmensaufbau, Karriereplanung oder Familienplanung mit meiner Karotten-Ernte zu tun? Diesem Gedanken möchte ich heute mit Ihnen nachgehen.

Den ganzen Sommer über habe ich mich über die Wühlmäuse in meinem Garten geärgert. Sie haben mir teils direkt die Setzlinge von unten aus dem Beet gefressen oder noch schlimmer, wenn die Pflanze gerade erntereif war. So sind alle Randen, alle Artischocken, Sellerie etc. aus meinen Beeten verschwunden. Manchmal kochte ich deshalb vor Wut! Können Sie sich vorstellen, wie es ist, wenn Sie zur Mittagszeit mit einem Körbchen ausgestattet und voller Vorfreude ans Gemüsebeet gehen und da, sind nur tiefe Löcher zu sehen und das üppige Grün der Pflanze liegt regelrecht tot daneben?

Jedenfalls verlor ich deshalb irgendwann das Interesse an meinem Gemüse. Ich goss alles recht wenig und teils ging ich nicht mal mehr hin. Für das nächste Jahr beschloss ich, dass ich die Beete neu anlege und unten doch Gitternetze reinlege, damit die Wühlmäuse nicht von unten dran kommen. Ja, ich ärgerte mich auch über die schlechte Beratung von dem Gärtner, der mir im März versicherte, dass solche Netze Unsinn wären. Dabei war ich sogar schon im Gartencenter und wollte diese kaufen. Aber ich liess mich ja lieber beraten und umstimmen, statt meiner inneren Stimme zu folgen.

Nach den Wühlmäusen kamen die weissen Fliegen, die mir auch den Kohl anfrassen und so faulten die Kohlköpfe, die ich noch nicht ernten konnte vor sich hin. Da schüttelte ich nur noch den Kopf drüber. Denn ich hatte ja aufgegeben und machte nur noch das Nötigste im Garten.

Okay, aber ich wollte hier keine depressive Geschichte erzählen, sondern ich wollte Ihnen von dem Abend erzählen, als alles anders wurde. Als meine Gefühle meinem Garten gegenüber anders wurden und ich meine Gemüsebeete mit ganz anderen Augen sah und mich dann doch freute und auch bisschen schämte. Aber mal der Reihe nach.

Ende August ging ich an einem Sonntagabend kurz vor der Dämmerung in den Garten, spielte mit meiner Schäferhündin Ball und sah mir die Beete an, die doch gern von zu viel Unkraut befreit werden wollten. Ich bin sonst auch der Meinung, dass es kein Unkraut gibt und alles nützlich ist, aber sagen wir mal so: es war zu viel nützliches Material zwischen den Blumen da.

Ich zupfte also hier und da. Irgendwann holte ich einen Eimer. Denn, wenn ich mal anfange mit dem Zupfen, kann ich gar nicht aufhören, kennen Sie das auch? Ich glaube, dass es Vielen so geht.

Irgendwann bin ich bei den Karotten angekommen und zupfte an dem Löwenzahl, den Winden und Wicken und dabei kam eine Karotte raus. Ich wollte ja eigentlich nur das Unkraut rausrupfen, aber die Winden hatten die Karotten so fest im Würgegriff, dass ich jedes Mal eine Karotte mit erwischte. Es kamen immer mehr Karotten. Der Eimer war irgendwann voll, alles fiel runter. Ich holte den nächsten Eimer und auch der war schnell voll. Dann stellte ich mir einen Tisch dran und auch der war irgendwann voll. Danach entdeckte ich die Zwiebeln. Was soll ich sagen, am Ende waren es an die vier Kilo Zwiebeln.

Bereits zwei Wochen vorher hatte ich in den Nachbarsbeeten an die 15 Kilo Kartoffeln geerntet.

So stand ich da und erst schämte ich mich, weil ich doch so viel Ernte hatte, aber nur dahin schaute, was ich alles nicht hatte. Und so hielt ich inne und schaute unter diesem Gesichtspunkt auf meinen Garten. Da entdeckte ich doch tatsächlich direkt, wie üppig Vieles wuchs. Wieviel Kräuter ich hatte, wieviel Kapuzinerkresse mit den wunderschönen und essbaren Blüten. Die Tomaten kamen gut, die Gurken weniger, aber dafür gab es massig Mangold und Spinat. Und so ging meine Garteninventur weiter und ich spürte die Fülle.

Es ging jedoch noch weiter an diesem Abend.

Ich erinnerte mich dann erst, dass ich im vergangenen Jahr bei meinem Gartenkurs eine Kollegin danach löcherte, wie sie es mit ihren Karotten gemacht hätte. Ich hatte nämlich noch nie welche, obwohl ich jedes Jahr Samen für Karotten einsäte. Sie erklärte mir alles genau und ich saugte jedes Wort auf. Im Februar diesen Jahres, als es draussen noch kalt und winterlich war, habe ich bereits im Haus die Karotten vorgezogen und dann die Setzlinge ins Beet gesetzt. In dem Beet daneben habe ich die Samen direkt eingesät. Zur Sicherheit! Aber das hatte ich schon vollkommen vergessen.

Was ich an diesem Abend wieder an Erkenntnis erlang, war enorm. Ich sage deshalb wieder diese Erkenntnis, weil es mir wie die Schuppen vor die Augen fiel. Ich habe mir eine reiche Karottenernte sehr gewünscht. Ich habe sie bildlich visualisiert. Ich habe alles dafür vorbereitet und getan, dass die Voraussetzungen für das Wachstum sehr gut waren. Und dann habe ich losgelassen und mich so viel gekümmert, wie eben sein musste in Bezug auf das Giessen. Ich habe auch die passenden Begleitpflanzen gesetzt – eben die Zwiebeln.

Was das nun mit einem Unternehmensaufbau, der beruflichen Karriere oder z.B. Familienplanung zu tun hat?

Sehr viel! Es läuft nämlich auch da genauso ab.

  1. Wenn wir wissen, was wir wollen und es vor unserem inneren Auge sehen, dann visualisieren wir es so real, als wäre es schon da und es entsteht ein Sog dahin. Wir wollen es realisieren und so manifestieren wir dieses Geschehen. In meinem Fall waren es nun die Karotten, aber es kann auch ein komplexes Geschehen sein, wie eben der Aufbau eines Unternehmens. Dann stellen wir uns vor, was wir produzieren oder als Dienstleistung anbieten. Wie gross das Unternehmen ist, wer darin arbeitet, wer die Kunden sind. Wir stellen uns vor, welche Freude die Menschen haben werden, wenn wir erfolgreich damit sind.

    Solche Manifestationen können auch unbewusst geschehen. Leider kennen wir alle dafür Beispiele aus den Visualisierungen, die zu etwas Negativem führen. Aber das auszuführen, würde jetzt hier zu weit führen. Dazu ein anderes Mal mehr.

  2. Wenn wir den Verwirklichungswunsch so fest im Kopf haben, dann erkundigen wir uns, was zu tun ist, damit unsere Vision Realität wird. In meinem Fall habe ich die richtige Erde besorgt, die richtigen Begleitpflanzen für gute Synergien im Beet und ich habe sogar im Warmen die Samen vorgezogen. Ich habe sogar nach dem Mondkalender alles draussen eingesetzt.

    Und so geht es auch mit dem Unternehmensaufbau: wir schaffen uns einen Arbeitsplatz, besorgen die Materialien und legen los. Oder in der Familienplanung: wir wissen, wie wir uns eine Partnerschaft und Familie vorstellen und schauen mit diesem Fokus in der Partnerwahl die Menschen an, die eine Beziehung mit uns eingehen wollen.

  3. Danach kommt die Phase, wo die Dinge laufen. Also in meinem Fall konnte ich nicht mehr tun, als giessen. Und auch im Fall des Unternehmens: man macht seine Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen. Man zeigt sich, man bietet Qualität. Aber ob die Kunden kommen, hat man nicht wirklich in der Hand.

    Und hier kommt auch ein entscheidender Punkt: es ist gut, wenn man nicht ständig optimiert und analysiert und sich gar ärgert. Das blockiert. Hätte ich z.B. angefangen wie irre zu düngen, hätte ich vielleicht sogar das Gegenteil erreicht und die Karotten wären mir verdorben. So ist es auch mit den Kunden: bedrängt man sie zu sehr, schrecken sie zurück.

    Menschen möchten freiwillig Ihre Dienstleistung anschauen, teils sogar voyeuristisch, aus dem Versteck heraus. Dann passiert das Wunder: die Kunden kommen. Und im Privaten? Wer hat das nicht schon mal erlebt: erst sucht man jahrelang nach dem passenden Partner und dann, wenn man schon nicht mehr mag und gerade für sich entschieden hat, dass man aufgibt, sein Leben anders ausrichtet oder gar verliebt ist, dann hat man plötzlich mehrere Verehrer.

Warum funktioniert das so?

Wir haben viel Macht über unser Leben, indem wir ganz bei uns bleiben. Indem wir in uns spüren, was wir wollen, weswegen wir hier in diesem Leben sind und wenn wir spüren, dass wir bei dem Gedanken, dass diese Vision Realität werden könnte, so richtig lebendig und froh werden, dann manifestieren wir das in unser Leben. Wann diese Ernte kommt, kann niemand vorhersagen. Aber die Ernte kommt immer!

Meine Erkenntnis und meine Formel sind:

Je mehr ich an etwas denke, je mehr Bilder ich im Kopf habe und je weniger Druck ich mir mit der Verwirklichung mache und im Vertrauen bleibe, dass wenn das, was ich da visualisiere, wirklich richtig für mich und andere Menschen ist, umso wahrscheinlicher ist es, dass genau das in mein Leben tritt.

Es mag sein, dass die Form dann eine Andere ist, als ich es mir vorgestellt habe. Aber meine Erfahrung zeigt, dass diese Form dann wahrscheinlich noch besser und nützlicher sein wird.

Daran hat mich meine diesjährige Karotten-Ernte erinnert und dafür bin ich sehr dankbar.

Ja, und wenn auch Sie etwas Reiches in Ihr Leben ziehen wollen, dann lade ich Sie ein, dass Sie meine kurze Anleitung für Ihr Projekt ausprobieren. Und wenn Sie Hilfe dabei brauchen, dann melden Sie sich bei mir oder bei uns!