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Dieser Beitrag ist ausdrücklich nicht satirisch gemeint, sondern ist mein voller Ernst.

Fangen wir an mit der Frage, was Angst ist?

Angst an sich ist erst einmal nur ein psychischer Mechanismus. Dabei gehört die Angst zu den natürlichen Gefühlsregungen und ist ein Ur-Instinkt. Angst ist in unserer Psyche verankert, um Gefahren und Bedrohungen wahrzunehmen, zu bewältigen oder zu vermeiden. In jedem Fall ist die gesunde Angst also nur ein Signalgeber und sollte ein Zwischenstadium sein, damit der Mensch entscheidet, wie er mit dem Zustand oder in der Fachsprache: Trigger genannt, der die Angst ausgelöst hat, umgehen will.

Die bekannten Umgangsformen mit Angst sind: in Aktion kommen und entweder flüchten oder kämpfen bzw. sich totstellen. Wobei die dritte Option im realen Leben zu einer Stagnation mit sich daraus entwickelnden psychischen Störungen führt und somit keine gesunde Reaktion ist. Im Alltag entscheiden wir uns bei Gefahren innerhalb von Sekunden für eine der aktiven Handlungen Flucht oder Kampf und überleben so die Bedrohung.

Die Angst teilt zurzeit somit die Menschen in zwei Lager, die sich hinter den Kulissen des Betrachtens der bedrohten Wirtschaftslage, angreifen. Es gibt in dem einen Lager die gestörte Angst, also die in Inaktivität ausartet, und in dem anderen Lager sind die Handelnden, die ihre Rückschlüsse aus der Signalwirkung der Angst gezogen haben und entsprechend ihre Aktivitäten auslegen. Aus meiner subjektiven, persönlichen Sicht gibt es derzeit nur eine Option: handeln im Sinne von Kampf für die Veränderung, den Wandel und das Vorwärtskommen. Aber natürlich ist es meine Meinung und wieder keine objektive Wahrheit.

Warum ich so denke und handle will ich aber gern erklären, denn ich hatte Kontakt zu einer Angstbesetzten und zwar von der Art Angst, die Einen erstarren lässt. Die Auswirkungen dieses Kontaktes können zu einer schnellen Infizierungführen mit unberechenbaren kurzfristigen wie insbesondere langfristigen Folgen für die Infizierten. Diese Infizierung mit der Angst kann weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen haben und ihre Umwelt.

Die Person, mit der ich zu Anfang der Corona-Krise telefonisch Kontakt hatte, liess mich für ein paar Minuten erschaudern. Die Symptome waren: Gänsehaut, ein plötzliches Unwohl-sein, kurzfristiger Schwindel, das Gefühl, als würden mir die Füsse vom Boden weggezogen, Matsch im Kopf. Hätte ich nicht schon durch den alltäglichen beruflichen Kontakt mit Angst-Infizierten Personen eine gewisse Immunität gegen Ängste im Allgemeinen entwickelt, ich weiss nicht, ob ich heute diesen Beitrag verfassen könnte. Es war eine mächtige Erfahrung, denn dieser Angst-Virus, der derzeit umhergeht, ist stärker, wie jede gestörte Angst, der ich bisher im Allgemeinen begegnet bin. Ich bin innerhalb von wenigen Minuten mit einer mächtigen Darstellung von Apokalypse für uns alle verbal beschossen worden und dies unerwartet auf einem entspannten Spaziergang im Wald. Da blieb kein Stein auf dem Anderen. Abgesehen von dem Inhalt, war diese kurze Fassung von Apokalypse schon eine reine Kunst für sich und ich glaube, dass nur die Angst eine so konzentrierte Energie bei dieser Frau aufbringen konnte, die sich sonst auf keine Meinung so klar festlegen kann.

Dieser Angst-Virus verbreitet sich spätestens seit Mitte März 2020 exponentiell jeden Tag und wir wissen nicht, wie viele Infizierte es gibt. Das Schlimme an ihm ist: er kann sich auch über den telefonischen oder rein schriftlichen Kontakt ausbreiten. Es hilft einzig und allein die strenge Quarantäne mit kompletter Kontaktsperre für alle Angstbesetzteneinzuführen. Denn Angst ist archaisch in uns verankert und wird durch den Kontakt egal welcher Art mit Angst-Infizierten angetriggert und somit kann Angst jeden Menschen in einem nicht berechenbaren Masse aus der Ruhestellung herausholen.

Dabei breitet sich Angst nicht allein in dem Eins-zu-Eins Kontakt aus. Diese Form der Angst sucht Gesellschaft und infiziert auch insbesondere über die Menge. Dabei bedient sich Angst eines psychischen Abwehrmechanismus und dieser Abwehrmechanismus hier ist die Rationalisierung. Es werden solange vermeintliche rationale Argumente untereinander ausgetauscht bis aus der persönlichen Angst, eine begründete Angst für die Gesellschaft entsteht und sich nicht so leicht widerlegen lässt. Somit schwächt die Angst im weiteren Verlauf, der recht schnell einsetzen kann, die persönliche Moral eines Menschen. Aus systemischer Sicht ist diese Form der Angst damit der wichtigste Faktor zur Verhinderung von Veränderung. Ein System, welches sich nicht wandeln möchte, hat die einzige Chance sich selbst in der bisherigen Funktionalität zu erhalten, indem es Angst auf seine Systemischen Anteile ausstreut. Nur über die Starre ist ein Unterbinden von Innovation möglich.

Was die Angst noch gefährlich auf der persönlichen Ebene macht?

Angst schwächt das Immunsystem des Menschen und macht den Menschen darüber angreifbar für Krankheitserreger der biologischen Art, aber auch der mentalen Art. Ein Mensch, der Angst hat, wird überdurchschnittlich oft körperlich krank. Ein Mensch, der Angst hat, ist überdurchschnittlich empfänglich für Manipulationen und geht schneller irrationale Bündnisse ein. Und schliesslich: ein Mensch, der Angst hat, der ist somit nicht nur gefährlich für sich selbst, sondern ist unberechenbar in seinen Handlungen für andere Menschen. Je nachdem, in welchem Stadium Ihrer eigenen Überlegungen Sie einem solchen angstbesetzten Kontakt ausgesetzt sind, kann es zu langen Verzögerungen in Ihrem persönlichen Entwicklungsprozess kommen.

Deshalb ist es jetzt sehr wichtig, dass Sie in der Abgeschiedenheit Ihrer eigenen vier Wände und in dem zwangsweisen Kontakt mit sich selbst, Ihre eigenen Rückschlüsse aus der momentanen Situation und der damit verbundenen signalgebenden Angst ziehen und allein entscheiden, welche Konsequenzen Sie für sich daraus ziehen.

Achten Sie jetzt strengstens auf Ihre Psycho-Hygiene. Überlegen Sie genau, mit wem Sie über was sprechen, mit wem Sie welchen Kontakt haben. Im Zweifelsfall unterlassen Sie den Kontakt. Lässt sich dieser nicht vermeiden, dann haben Sie bitte Ihre zuvor hoffentlich entwickelte persönliche Haltung zu den Dingen im Leben, also Ihre Lebensphilosophie, jederzeit zur Hand und desinfizieren Sie mit dieser jeden Kontakt grossflächig und gründlich zwischen Ihren Ohren, Ihren Augen, Ihrem Mund und Ihrer Haut, also all Ihren Wahrnehmungsorganen.

Behalten Sie dringend diese Psycho-Hygiene-Massnahme über die Corona-Krise hinaus tagtäglich in all Ihren Kontakten bei. Im besten Fall behalten Sie diese Haltung Ihr Leben lang bei. Dann haben Sie die höchste Chance auf Zufriedenheit und Erfolg in Ihrem Leben.