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Agnes Martin-Dulemba

Diplom-Volkswirtin und Systemische Beraterin

Passioniert für die Gemeinwohl-Ökonomie

Über mich

Was qualifiziert mich dazu diesen Blog zu machen?
Wie komme ich überhaupt auf die Idee, dies zu machen?

Fangen wir also mit den harten Fakten an:

Geboren bin ich im Ende Juli 1969 paar Tage nach der ersten Mondlandung. Vom Erstberuf bin ich etwas „Vernünftiges“, nämlich Diplom-Volkswirtin und bin seit über 30 Jahren in der Arbeitswelt in verschiedenen Tätigkeiten unterwegs. Dabei erfinde ich mich alle paar Jahre immer wieder neu darin. Mein Zweitberuf, der der Heilpraktikerin Psychotherapie, den ich erst mit Mitte 30 ergriff, bezeichne ich gern provokativ als eher etwas „Unvernünftiges“, denn es gab damals eine Welle des Erstaunens in meiner Umwelt, als ich vom Sales & Marketing „plötzlich“ in die Welt der Psychotherapie und kurz darauf in die Welt des Systemischen Coachings und der Systemischen Beratung wechselte. Für mich war es wahrlich weder plötzlich noch unlogisch – aber dieser berufliche Wandel forderte zum ersten Mal richtige, selbstbestimmte und somit harte Entscheidungen von mir und zwar gegen die Meinungen der meisten Menschen um mich herum.

Bereits paar Jahre vorher wechselte ich die Arbeitsebene von einer Marketingmanagerin in Festanstellung zu einer Interimsmanagerin als Freiberuflerin. Das war im Jahr 2003. Aber dies war keineswegs so ein grosser Schritt, wie der, den ich im Jahr 2006 genommen habe. Ab da war ich nicht nur selbständig, sondern auch noch in einem ganz neuen Berufsfeld unterwegs. Der Irrsinn, der für Viele aus meiner persönlichen Umgebung, hinzu kam, war, dass wir gerade in der Wirtschaftskrise steckten und die Menschen mal wieder Angst um ihre Existenz hatten und ich aber gegen die Massenbewegung agierte. Gut, ich will nicht behaupten, dass nicht auch ich, teilweise stark an meinen Entscheidungen dahingehend zweifelte. Aber als die Zweifel für mich spürbar wurden, gab es keinen Weg zurück, denn da war bereits klaradenken im Jahr 2008 gegründet und im vollen Gange.

Zunächst war klaradenken eine Heilpraktikerschule für Psychotherapie und ich unterrichtete klassisch in einem Klassenzimmer. Nach einem Jahr genügte es mir aber nicht mehr, „nur“ zu unterrichten. Die Kritik an mir selbst war: es ist ja nur ein Buchwissen – aber ich habe den Anspruch aus der Praxis für die Praxis zu unterrichten. So gründete ich 2009 die Systemische Praxis klaradenken. 2010 ging sowohl die Heilpraktikerschule wie auch die Praxis online. Als wir 2012 an den Bodensee übersiedelten, behielt ich alle Kursteilnehmer und Klienten.

Seit 2014 haben wir die Hürde der eigenen Zertifizierung zu einem Bildungsträger genommen. Dies hat den Zugang zu unseren Dienstleistungen einer breiteren Masse von Menschen eröffnet – das ist schön. Es gibt jedoch da neben der Sonnenseite auch Schattenseiten. Deshalb ist klaratext ein von allen Zertifizierungen und Vorgaben freier Blog. Das bin voll und ganz nur ich!

Krisen als die wichtigsten Meilensteine in meinem Leben

Offenbar bilden Krisen die Konstanten in meinem Leben. Sicherlich stellte die Schwangerschaft mit mir bereits eine Krise für meine Eltern. Als ich gerade paar Tage auf dieser Welt war, war in Stettin (Polen), wo ich geboren bin, gerade ein paar Tage andauernder Ausnahmezustand und wie ich Jahre später erfuhr, wurde auch in den Strassen geschossen, so dass sich die Familie unten am Boden in Sicherheit brachte. Später machte der Kommunismus die Menschen aufsässig und so wurde ich selbst mit 10 Jahren zu einem Flüchtling. Meine Eltern flohen mit mir nach West-Berlin, wo Anfang der 80-iger Jahre bereits eine grosse Flüchtlingswelle aus dem Ost-Block die Stadt im Atem hielt. Um die Flut an Menschen irgendwie kanalisieren zu können, warben die grossen Nationen wie Kanada, USA und Australien um die besser Qualizierten. So emigrierten wir nach Australien, womit die nächste existentielle Krise über meine Eltern brach. Denn kaum angekommen, wartete nicht die versprochene und erhoffte Freiheit auf sie, sondern ein Flüchtlingslager, aus dem man frühestens nach einem Jahr ausziehen durfte. Als Kind nahm ich die Beschränkungen nicht so dramatisch war. Was ich jedoch sehr krass wahrnahm, war die Verzweiflung meiner Eltern. 1,5 Jahre später waren wir deshalb wieder in Deutschland, wo ich dann nun die dritte Sprache in meinem Leben lernen musste. Es folgten viele Umzüge die nächsten 30 Jahre aus verschiedenen Gründen bis ich endlich im Jahr 2015 in der Schweiz, meiner selbstgewählten Wahlheimat, ankam. Selbstverständlich gab es auch hier zu Anfang eine Krise nach der anderen und dass ich mich heute hier Zuhause fühle, ist ebenfalls hart erkämpft.

Meine Gesundheit und ich – eine Geschichte der besonderen Art

Dessen nicht genug muss ich neben den beschriebenen Krisen, eine persönliche Krise standing alone hier beschreiben. Im Sommer 2005 in der Blüte meiner Karriere und kurz nach meiner Entscheidung für die Selbständigkeit, erkrankte ich schwer. Schon immer war ich ein kränkliches Kind gewesen und Schmerzen waren ebenfalls meine täglichen Begleiter.

Jedoch im Jahr 2005 ging auf körperlicher Ebene von fast eben auf gleich nichts mehr. Erst hiess es, dass es ein Burnout wäre. Die Wochen und Monate vergingen und die Schmerzen nahmen zu. Die schulmedizinische Maschinerie lief an, denn ich war Premium privat krankenversichert. Erst jetzt wurden alte Bandscheibenvorfälle entdeckt, die aus früheren Autounfällen herrührten, bei denen mir stets jemand hinten rein gefahren war. Es folgten folterhafte Behandlungen mit Kortisonspritzen. Als dies noch nicht vorbei war, setzten die Schmerzen im Darm ein. Erst hiess es: die Frau kann nicht alles auf einmal haben und ich wurde zunächst als eine sogenannte somatoforme Patientin abgestempelt. Das ist quasi kurz vor dem Hypochonder mit dem Unterschied, dass doch immer etwas bei mir gefunden wurde.

Erst 1,5 Jahre später und auf Druck von mir, schaute man in einer schicken Tagesklinik in mein Inneres rein. Ich sehe noch den Dollar-Blick des Chirurgen vor mir, der mir die Schmerzen nicht wirklich glaubte, aber sehr wohl einen guten Blick auf meine Versichertenkarte geworfen hat. Das Grinsen verging ihm aber paar Stunden später und zwischen der Behauptung, dass ich mir die Schmerzen einbilde und der Diagnose, dass ich einen Darmtumor hätte, lagen keine 24 Stunden.

Um es abzukürzen: die Diagnose der Endometriose – einer gynäkologischen Erkrankung, bei der sich die Gebärmutterschleimhaut ins Bauchinnere und den manchmal den Darm verwächst – kam und es folgten weitere Jahre von folterhaften Behandlungen mit Bauchspiegelungen und medikamentösen Behandlungen. Damals war die Erkrankung immer noch wenig erforscht. Und ich lernte in der Zeit die psychische Hölle von der Pike auf kennen. In dieser Zeit fiel die Entscheidung mich mit den psychischen Störungsbildern und der Psyche des Menschen überhaupt näher zu befassen. Und dieses Studieren ging soweit, dass ich im April 2008 meine Heilerlaubnis als Heilpraktikerin Psychotherapie erhielt.

Was mir Aufschwung und Zuversicht gibt

Auch wenn es sich gleich pathetisch lesen mag und dennoch ist es so, dass ich ohne meinen Mann Patrick, mit dem ich seit dem Jahr 2003 eng verbunden und mittlerweile glücklich verheiratet bin, diese schwere Zeit nicht überlebt hätte. Denn in unserer bis dahin stark auf Leistung fokussierten Welt war ich im Begriff durch alle Absicherungsnetze durchzufallen. Mein Mann war mein Fels in der Brandung, auch wenn es für ihn, aus meiner Sicht, sicherlich oft noch schwerer war, so manche Situationen zu ertragen. Er regelte alles für mich und beschützte mich. Nur so konnte ich von der Schulmedizin irgendwann aufgegeben, wieder ins richtige Leben durchstarten.

Daneben gaben mir unsere Hunde stets den Mut weiterzumachen. Bereits als Kind war ich total vernarrt in Hunde. Es ging soweit, dass man sagte, wenn ich so weitermache, dann kriege ich keinen Mann. Gott sei Dank bekam ich einen Mann vom Schicksal geschenkt, der Hunde ebenfalls sehr liebt und es mir mit ermöglicht, dass ich bis auf kurze Unterbrechungen stets eine hündische Begleitung an meiner Seite haben darf. Gemeinsam entdeckten wir die Leidenschaft und Liebe für Schäferhunde.

Von 2006 bis 2018 wurden wir von Klara und Cheyenne begleitet. Klara, unsere erste altdeutsche Schäferhündin, gab uns ihren Namen für unsere Firma klaradenken – für die Klarheit im Denken. Cheyenne, unsere weisse schweizer Schäferhündin, unterstützte Klara in ihrer Aufgabe, unser von Veränderungen geprägtes Leben, zu begleiten. Dabei war Cheyenne 10 Jahre mein weisser Schatten und lehrte mich sehr viel Weisheit im Leben. Beide gingen im Jahr 2018 für uns überraschend und schmerzhaft über die Regenbogenbrücke.

Und nun seit dem Sommer 2019 ist Shiva, eine schwarze altdeutsche Schäferhündin, mein Schatten und stets an meiner Seite und lässt mich an ihrer intuitiven Wahrnehmung der Welt teilnehmen.

Was mir Kraft und Durchhaltevermögen gibt

In mir scheint ein unheimlich grosser Pool an Ideen und Begeisterung innezuwohnen. Manchmal wundere ich mich selbst darüber, dass ich gerade in Krisenzeiten so eine unbändige Energie entwickle und stets das Ruder umreissen kann und dabei auch noch so viel Glück habe. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich schätze an mir selbst, dass ich mich mit meinen über 50 Lebensjahren immer noch freuen kann, wie ein kleines Kind. Wenn mir etwas gut gelingt, dann freue ich mich. Wenn ich etwas Schönes sehe, dann freue ich mich. Auch wenn ich Erfolgsgeschichten von anderen Menschen höre, dann freue ich mich. Ja, die Freude und die grundsätzliche Begeisterungsfähigkeit machen mich stark. Das ist eine immer wiederkehrende Erkenntnis über mich selbst.

Und weil ich es spüre, was Dankbarkeit, Freude und Begeisterungsfähigkeit für eine Energiequelle sein können, versuche ich jeden Tag durch meine Arbeit und die persönlichen Kontakte diese Werte an meine Mit-Menschen zu bringen.

Okay und nicht zu vergessen: ich koche und backe leidenschaftlich gern und seit einiger Zeit baue ich das Gemüse auch selbst an. Also: alles Kulinarische hält mich ebenfalls am Laufen. Natürlich muss alles bei mir möglichst bio sein und wenn Fleisch, dann ebenfalls bio und aus schweizer Freilandhaltung.

Meine Werte und persönliche Haltung im Leben

Ich bin durch und durch eine Humanistin. Diesen Ansatz hat mich niemand gelehrt. Diese Haltung habe ich irgendwann entdeckt und stellte fest, dass ich humanistisch und systemisch dazu ticke. Als ich den ersten Text für meine allererste Webseite schreiben durfte, floss aus mir diese Einsicht heraus: „Jeder trägt die Lösungen und Kompetenzen für sein Leben in sich. Nur gibt es manchmal Zeiten, wo wir die Verbindung zu unserem Inneren ein wenig verlieren“.

Mit voller Überzeugung habe ich die Haltung, dass der Mensch ein stets wachsendes Wesen ist und jede Krise die Chance für ein persönliches Wachstum ist. Umgedreht glaube ich, dass ohne Krisen die Menschheit ihre Stabilität im Stillstand hätte und es uns alle nicht mehr lange hier gäbe.

Des Weiteren bin ich überzeugt, dass der Mensch, die Tiere und die Natur alle die gleiche Prioritätsstufe einnehmen und keiner sich über den anderen erhöhen darf und sollte. Deshalb war ich sofort Feuer und Flamme für die Bewegung der Gemeinwohl Ökonomie von Christian Felber. Das soziale Miteinander liegt mir sehr am Herzen und deshalb engagiere ich mich beruflich im sozialen Bereich.

Und schlussendlich bin ich fest überzeugt, dass nur das, was wir aus dem Herzen heraus entscheiden und tun, zum Erfolg führt. klaratext kommt deshalb aus meinem Herzen!

Welche Rolle spielt Spiritualität in meinem Leben

Spiritualität ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Ich finde, dass Spiritualität ein Bestandteil unseres Seins ist. Wir alle sind göttliche Wesen und es gibt noch mehr auf dieser Welt, als nur diese Erde mit ihren Menschen, Tieren und Natur, die wir sehen. Ich fühle mich stets gut beraten und geführt, wenn ich auf meine innere Intuition höre und aus dieser heraus handle. Deshalb ist Spiritualität etwas sehr Bodenständiges für mich.