Das reine SEIN oder der Versuch einer Beschreibung, wie es ist, wenn alles gut ist…

Diesmal als ein PODCAST zum reinen Hören oder wie immer lesen.
Ein Podcast zu diesem Thema war für mich stimmiger als ein Video.

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie spüren, dass „etwas“ los ist, aber Sie nicht wirklich benennen können, was „es“ ist?

Ein einfaches Beispiel dafür, das Sie sicherlich kennen, ist vielleicht die Zeit vor Ihrem Geburtstag. Sie meinen zu merken, dass jemand etwas für Sie plant, aber Sie bekommen nichts raus und sind neugierig und kribbelig.

So ein Gefühl in Bezug auf eine persönliche Veränderung in meinen ganz persönlichen Bewertungen habe ich bereits seit ein paar Monaten in mir. Irgendwann hörte ich mich selbst sprechen und ich sagte sehr oft, viel mehr als üblich, dass mir etwas sehr gut gefällt oder dass ich mich wohlfühle. Eigentlich sage ich das jetzt permanent. Dann nahm ich wahr, dass diese Bewertungen und Gefühle auch dann automatisch da waren, wenn ich mit Menschen in Diskussion war, die sich über eine Situation beschwerten, was ja sehr häufig während der letzten Zeit aufgrund der Einschränkungen vorkam. Und ich fragte mich: wieso habe ich jetzt keine Angst? Müsste ich nicht Angst haben? Wie kann ich während dieser ganzen Einschränkungen solche schönen Gefühle haben?

Und dann kam auch schon eine Stimme: warte ab, sagte sie, wird noch kommen, wenn die wirtschaftlichen Auswirkungen kommen. Aber so richtig traf mich diese Stimme nicht, nur bisschen, je nachdem wie vehement jemand im Aussen in dieses Horn mit reinblies. Deshalb fand ich das Social Distancing auch gut, weil ich so ohne Ausreden suchen zu müssen, die Legitimation hatte, mich von solchen Menschen fernzuhalten.

Lange Vorrede, kurzer Sinn: ich möchte heute über die Steigerung dieses Zustandes, wo alles gut ist, sprechen. Das ist ein Zustand, der jenseits von Gefühlen oder Bewertungen liegt. Es ist ein Zustand, in dem man einfach nur IST und keine richtigen Worte dafür finden kann. Wenn sogar die Glücksgefühle aufhören, dann kommt dieses SEIN.

Vor ca. 15 Jahren hatte ich diesen Zustand nach einer geführten und intensiven Meditation mit einer darauf aufbauenden Übung erleben dürfen. Deshalb habe ich es neulich wieder so gut erkennen können.

Es war damals die Arbeit nach der Anleitung von Brandon Bays – The Journey. Dabei wird man angeleitet immer weiter hinter die Gefühle, die gerade da sind, zu spüren. Ich war damals sehr schwer krank und voller Schmerzen, die auch Gefühle sind, und eine Kollegin hatte mir diese Meditation empfohlen. Ich probierte damals alles aus, was nur hätte helfen können. Und siehe da: ich schaffte es trotz allem in diesen tiefen meditativen Zustand zu kommen und dann die Übung zu machen. Plötzlich war dieses reine SEIN da. Ich sollte trotz dessen, dass es für diesen Zustand kein „richtiges“ Wort gibt, diesen Zustand für mich persönlich benennen. Ich nannte ihn „die Quelle“. Es war damals eine so intensive Erfahrung, dass sich dieses Erlebnis in meiner Erinnerung und dem Vermögen es wieder nachempfinden zu können, kein bisschen abgeschwächt hat. Zuerst nahm ich es gar nicht so stark wahr, dass ich so tief in der Meditation gewesen bin. Trotz der Vorwarnung, dass ich nach der Übung sehr behutsam und langsam wieder in die Realität zurückkommen und am besten nicht Autofahren sollte, bin ich Auto gefahren, weil ich einen Arzttermin hatte. Ich fuhr dabei offensichtlich, ohne es im Geringsten gemerkt zu haben, über eine rote Ampel. Dessen nicht genug: ich fuhr offenbar direkt einer Strassenbahn vor die Stossstange und hätte fast einen sehr schweren Autounfall verursacht. Ein Polizist winkte mich raus und starrte mich entsetzt an, als ich ihn offenbar mit einem Engelsgleichen Lächeln fragte, was los wäre. Erst da kam ich in der Realität wieder an. Okay, mag mit ein Grund sein, sich sehr lange an diesen Tag und seine Vorkommnisse zu erinnern.

Dieses Gefühl wieder erleben zu dürfen, war stets ein innigster Wunsch von mir. Die Meditation schaffte ich nie wieder in dieser Form und versuchte es auch irgendwann nicht mehr. Es war ein Geschenk damals, dass ich die „Quelle“ wenigstens einmal so tief spüren durfte. Irgendwann hatte die „Normalität“, der Alltag, mich wieder und ich war viel mit dem Aussen und den Bewertungen zu dem Erlebten zugange. Natürlich immer wieder reflektierend und strukturierend, um positiv oder zumindest neutral im Bewerten zu bleiben. Da merke ich schon, dass ich wirklich eine Einstellung im Leben entwickelt habe, die ein tiefes Vertrauen ins Leben spiegelt, wirklich ein Chancendenken kreiert usw. Aber auch ich bin den ständigen Auf und Abs ausgesetzt. Mein Vorteil gegenüber anderen Menschen liegt vielleicht nur darin, dass ich mich schneller aus den Abs befreien kann. Und ganz ehrlich: das ist ja auch mein Selbstanspruch bei dem Beruf, den ich ausübe. Da kenne ich kein Pardon!

Und dann vor paar Tagen passierte es wieder! Unglaublich!

Ohne es zu erwarten, ohne es erwarten zu können, ohne Vorbereitung passierte es einfach!

Ich war zum Geburtstag bei unserer Hundetrainerin eingeladen. Sie sagte: nach dem Suchhundetraining nächsten Montag können wir zu mir und was grillieren. Sie hatte es so beiläufig gesagt und weil wir uns ja schon mal so nach dem Training zusammengesetzt haben, hatte ich da einfach nicht weiter nachgedacht. Ich dachte nur: wie nett, dass sie an ihrem Geburtstag mit uns Kursteilnehmern zusammen sein will. Sie liebt ihren Beruf wirklich, wie schön!

Das Training war schweisstreibend, da gerade eine Hitzewelle das schöne Thurgau und die Bodenseeregion plagte und somit war ich beim Fühlen eher beim Wahrnehmen, wie mir der Schweiss runterlief. Und dann kam dieses zuerst hier zu Anfang beschriebene Gefühl, dass etwas los ist. Wir kamen auf der Terrasse von Norma, so heisst unsere Hundetrainerin, an und alles war schön dekoriert, vorbereitet, in der Küche war ein geschäftiges Treiben. Es waren mehr Gäste da und wir Mädels vom Training durften unsere Hunde einfach laufen lassen und uns auf den Abend einlassen. Dann kam ein Wohlgefühl auf und mein innerer Beobachter schaute sich um und fragte: was geht hier vor sich….? Ich fing automatisch an Fotos zu machen, Videos zu drehen. Ein Gefühl von einem Flow kam auf. Jetzt würde ich gern auf alles verzichten, was mit der Beschreibung anfängt, was alles nicht gewesen ist. Aber irgendwie ist es schwer. Deshalb nur ganz kurz: nichts war gezwungen, keine stockenden Small-talks mit unangenehmen Pausen, keine Anspannung, was die Hunde gerade machen, keine Kritik an irgendwas……

Was war, war das Gefühl von „alles ist gut“.

Ich genoss den Abend, nahm wahr, wie eigentlich jeder Gast irgendwas für die anderen Gäste holte, machte.

Ich war tiefenentspannt.

Okay, diesmal habe ich wohl in meinem inneren Film seiend, einer Teamkollegin die Zwiebeln vom Grill „geklaut“ ? Definitiv besser, als vor eine Strassenbahn zu fahren, oder? Sie verzieh mir lachend.

Nach und nach löste sich aber jegliches Fühlen auf. Das nahm ich noch wahr und hielt es einfach für ein Wohlfühlen. Aber es war mehr als das. Es erinnerte mich an etwas und dann zu meiner eigenen Überraschung war da diese Beschreibung: die Quelle.

Was? Wie? Wie kann das sein?

Ja, es kann und deshalb teile ich es mit Ihnen, weil ich glaube, dass wir unser Leben lang – zumindest unbewusst – danach streben, diesen Zustand zu erfahren. Mit allen Formen der Meditation, von Yoga und an sich arbeiten.

Ich bin so dankbar, dass ich dies erleben durfte und wünsche es Jedem, dass er dies in seinem Leben erleben darf.

Es ist so ein Geschenk wieder einmal an mich selbst, dass ich es so bewusst wahrnehmen kann, dass der Zustand des reinen SEINS wieder da war.

Dass es sich gelohnt hat, an mir zu arbeiten.

Für mich ist es eine Bestätigung an mich selbst, dass ich auf dem richtigen Weg in meinem Leben bin.

Denn ich bin ein Mensch wie jeder andere auch: immer wieder von Zweifeln geplagt. Wie sagte jemand letztens: wir kochen alle auch nur mit Wasser. Auch wenn ich vielleicht schneller koche, koche ich auch nur mit Wasser eben.

Danke Norma, dass ich diesen Zustand des reinen SEINS bei Dir und mit Dir und mit Euch allen erleben durfte!

Und nun hoffe ich, dass Sie, wo Sie nun nach diesem Versuch einer Beschreibung, wie es ist, wenn alles „gut“ ist, selbst in diesen Zustand kommen, weil Sie jetzt eine Idee haben, worauf Sie achten können. Denn wenn ich es kann, können Sie es auch. Davon bin ich zutiefst überzeugt. Dafür lohnt sich jegliche Mühe der Arbeit an sich selbst.

Ich fände es schön, wenn Sie mir von Ihren Erfahrungen dann berichten oder vielleicht haben Sie es schon erlebt, dann schreiben Sie mir. Ich freue mich drauf!